Lern@aliers


Das Schulhaus Roggern 2 ist auf dem Weg, beim Verband der Mosaik-Sekundarschulen der Schweiz als Vollmittglied aufgenommen zu werden. Mosaik steht für folgende Begriffe, die für uns bereits jetzt eine zentrale Bedeutung haben:

mo Motivation
s Selbständigkeit
a altersdurchmischtes Lernen
i Individualisierung
k Kurssystem

Im heutigen Lernverständnis ist LEHREN nicht gleich LERNEN: Wissen kann nicht 1:1 in die Köpfe der Lernenden eingetrichtert werden. Jeder neue Lerninhalt wird mit bereits bestehendem Wissen und Vorstellungen verknüpft. Dieses Vorwissen ist äusserst individuell: Unter dem Begriff "Baum" stellen wir uns alle eine Form eines Baumes vor. Weil der neue Lerninhalt an dem persönlichen Vorwissen verknüpft werden soll, arbeiten wir seit dem Schuljahr 2014/15 in Lern@eliers, welches hier im Folgenden kurz vorgestellt wird.

Das Lernatelier umfasst im siebten und achten Schuljahr je zwei Lektionen Deutsch, zwei Lektionen Mathematik und je eine Lektion Englisch, Französisch, Geografie und Geschichte pro Woche. Während den acht Lernatelier-Lektionen planen die Schülerinnen und Schüler ihren Lernprozess, bearbeiten Lernaufgaben eigenständig und reflektieren ihre Lernergebnisse.

Die Lernenden werden mittels eines Wochenplans über die Lernaufgaben und deren Lernziele informiert. Die anstehenden Aufgaben werden schliesslich im Lernjournal geplant und nach der Bearbeitung reflektiert. Ein Lernjournal dient der Dokumentation des gesamten Lernprozesses und gewährt einen vertieften Einblick in die Lernerfolge, Schwierigkeiten und Misserfolge der Schülerinnen und Schüler. Die Lehrpersonen lesen die Reflexionen und können gezielt darauf reagieren, indem sie allen Lernenden ihrem Lernprozess entsprechend eine Rückmeldung schreiben. Dadurch erhalten auch die Eltern während der wöchendlichen Einsicht einen vertieften Einblick in den Lernprozess ihres Kindes und können, bei Bedarf, auch direkt darauf reagieren

 

Ziele des Lern@eliers:

  • Die Schülerinnen und Schüler können ihrem Lernstand entsprechend gefördert und gefordert werden, indem die Lehrpersonen gezielt auf ihre individuellen Bedürfnisse eingehen können.
  • Die Schülerinnen und Schüler können ihrem Lerntempo entsprechend arbeiten, indem ihnen entweder mehr Zeit für die Grundanforderungen zur Verfügung steht oder sie allenfalls auch weiterführende Lernaufgaben bearbeiten können.
  • Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich anhand der Lernaufgaben in den Lernateliers neues Wissen, indem sie sich aktiv mit neuen Inhalten auseinandersetzen und dazu angeleitet werden, das neue mit dem bereits vorhandenen Wissen zu verknüpfen, um anforderungsreiche Situationen bewältigen bzw. Problemstellungen lösen zu können.
  • Die personalen Kompetenzen (Selbstreflexion, Selbständigkeit, Eigenständigkeit) werden im Lernatelier gezielt gefördert, indem die Schülerinnen und Schüler ihren Lernprozess eigenständig planen, steuern und reflektieren.
  • Die sozialen Kompetenzen (Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Umgang mit Vielfalt) werden im Lernatelier gefördert, indem regelmässig kooperative Lernformen eingesetzt werden und die Schülerinnen und Schüler miteinander arbeiten, lernen und diskutieren müssen. Dabei gibt es immer auch wieder Schwierigkeiten, zu denen man gemeinsam eine Lösung erarbeiten muss.
  • Die methodischen Kompetenzen (Sprachfähigkeit, Information nutzen, Aufgabe/Problem lösen) werden im Lernatelier gefördert, indem die Schülerinnen und Schüler Wissen eigenständig kognitiv-konstruktiv aufbauen und neue Informationen in ihre vorhandenen Wissensstrukturen einspeichern. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Lernstrategien kennen und können diese anhand konkreter Lerninhalte anwenden.

 

Evaluation

Während den ersten drei Jahren Lern@elier haben wir die Lernenden und Eltern nach der Meinung zur neuen Arbeitsform befragt. Grundsätzlich fiel das Feedback sehr positiv aus. Hier einige Statements:

 

ELTERN:

«Diese Lernform finde ich sehr bereichernd.»

 

«Danke für Ihre Arbeit und dieses tolle Angebot.»

 

«Grundsätzlich begrüssen wir das Lern@elier. Ich denke, die Versuchung zu schlüpfen, ist in diesem Alter gegeben.»

 

LERNENDE:

«Es gefällt mir, weil man in seinem Tempo arbeiten kann und auch mal Partnerarbeiten machen kann. Ich finde es auch gut, weil die Lehrpersonen immer für einem da sind, wenn man Fragen hat.»

 

 «Man kann sich da persönlich verbessern und muss nicht

auf das Tempo der Mitschüler achten, sondern auf sein eigenes Tempo. Und die

Lehrpersonen sind immer da um einem zu helfen»

 

«Man kann selber arbeiten und auch alles planen.»

 

«Ich arbeite gerne in Lernatelier weil, ich da

selbstständig arbeiten kann. Und selber bestimmen kann was ich heute machen

will. Ich finde da lernt man Selbständigkeit.»